1. “Wir regeln das dann, wenn’s soweit ist.”
Mmh.… und Einhörner bringen den Erbschein vorbei. Wer schon zu Lebzeiten nicht redet, darf sich später über Streit, Testamentschaos und Teilungsversteigerung nicht wundern. Profi-Tipp: Einmal vorher miteinander Erreden. Ja, auch mit Tante Hannelore.
2. “Das handgeschriebene Testament ist doch eindeutig!”
Fast – es sei denn, der Erblasser hat Germanistik, Jura und Kalligraphie studiert. „Ich vermache meinen Kindern das Haus” klingt nett – aber was, wenn drei Kinder sich fragen, welche Kinder genau gemeint sind. Was ist mit dem Kind, das nicht aus der letzten Ehe stammt und seit Jahrzehnten von Radar verschwunden ist?
3. “Erben heißt reich werden.”
… oder Schulden übernehmen. Es bleiben sechs Wochen Zeit, um es zu merken und ggf. auszuschlagen. Klingt lang, ist es aber nicht, wenn man sich erst mal durch gefühlt 100 Ordner und Berge von unsortiertem Papier kämpfen muss.
4. “Wir bleiben als Erbengemeinschaft für immer zusammen.”
Echt jetzt – in etwa so attraktiv wie WG-Leben mit den Geschwistern auf Lebenszeit. Spätestens beim Thema Immobilie vs. Auszahlung wird es haarig. Rauskaufen, auflösen, aussteigen – alles besser als die Zwangsversteigerung?
5. “Das mit dem Erbschein machen wir später.”
Klar, und in der Zwischenzeit warten Bank, Grundbuchamt und Finanzamt und sonstige Gläubiger höflich ab. Eher nicht! Ohne Erbschein oder notarielles Testament geht gar nichts. Und das Finanzamt? …ist eher spaßbefreit!
Fazit: Erben kann schön sein – muss aber nicht. Wer vorbereitet ist oder zumindest sofort aktiv wird, spart Nerven & Geld.