Post vom Anwalt? Welcome to my world…

Natürlich bekomme ich regelmäßig „Post vom Anwalt“ Manchmal sind Schreiben allerdings so formuliert, dass ich denke: „Verdammt, da hat doch einer den Briefkopf gehackt…“

Anwälte sind Parteivertreter und dürfen durchaus auch mal rustikal formulieren. Ob es zielführend ist, wenn Sachverhalte nicht nur hochemotional geschildert werden, als sei der liebwerte Kollege, hoch professionell während seiner 60-Stunden-Woche, als Zeuge in allen Szenen einer Ehe dabei gewesen ist, ist fraglich. Da fehlt schlicht die professionelle Distanz.

Wenn dann noch ganz offensichtlich die Email des Mandanten, gern ausführlich mit KI entwickelt, per „Copy & Paste“ ungefiltert als eigener Schriftsatz übermittelt wird und auf vielen Seiten völlig irrelevante Sachverhalte geschildert werden, wird das Verfahren für alle anderen Beteiligten zur Zumutung.

Nun könnte ein Mandant begeistert sein, weil sein Anwalt endlich mal das sagt, was er möchte. Häufig wird er am Ende des Prozesses über das Ergebnis weniger beglückt sein.

Ich bin fest überzeugt, dass es unsere Aufgabe ist, zu filtern, zu beraten und zu versachlichen. Trotzdem kann ich es manchmal nicht lassen, die Antwort auf solche Epistel mit dem Mittelfinger zu tippen…